Ich glaube nicht, dass ein Verbot von Killerspielen irgendetwas bringt. Ich glaube aber auch nicht, dass Killerspiele gut für diejenigen sind, die sie spielen, weil ich denke, dass sie weiter zur Verrohung der Gesellschaft beitragen. Es gibt doch heute für Heranwachsende im Grunde genommen nichts mehr, was sie noch nicht gesehen haben. Nichts kann sie mehr schocken, Gewalt und Pornographie sind allgegenwärtig. Ob man da jetzt einen Zusammenhang zu Amokläufen herstellen kann, weiß ich nicht, aber ich glaube, diese Spiele leisten einen Beitrag dazu, dass die Hemmschwelle unter den Jugendlichen weiter sinkt. Ich will hier nicht den großen Moralapostel spielen, aber wenn ich heute sehe, wie junge Leute Wörter wie Anstand und Respekt definieren, dann wird mir ganz schlecht. Wir haben früher auch geschlägert, aber wir haben andere nicht getreten, wenn sie am Boden lagen. Mit Messern hatte sowieso niemand was am Hut.
Killerspiele sind nur ein Mosaiksteinchen, das die "Abhärtung" der Jugendlichen weiter vorantreibt. Genauso gehören natürlich das Internet mit seinen unbegrenzten Möglichkeiten und das Fernsehprogramm dazu. "Die Vögel" war damals für mich ein Schocker. Heute sieht man sich "Saw" oder "Hostel" an. Das höchste was ich an Pornographie genossen habe, war Tutti Frutti oder Eis am Stiel. Wenn das nicht lief, begnügte man sich halt mit den Unterwäscheseiten im Otto-Katalog. Heute reichen ein paar Mausklicks bis zum nächsten Gangbang-Porno.
Was ich damit sagen will, um die Kurve zum eigentlichen Thema wieder zu kriegen, ist, dass diese Killerspiele nie die alleinige Ursache für solche Amokläufe sein können. Und auch wenn ich ein Verbot für sinnlos erachte, verstehe ich doch, dass man es zumindest auf diese Weise versucht, auch wenn man da sicher gegen Windmühlen kämpft.
Katzen wurden in die Welt gesetzt, um das Dogma zu widerlegen, alle Dinge seien geschaffen, um den Menschen zu dienen. (Paul Gray)
vor 11 Monate veröffentlicht
#