Als Charles Darwin 1858 die Evolutionstheorie aufstellte, bezog er sich ausschließlich auf die Evolution in der Biologie – dem Weiterentwickeln vom Einzeller bis hin zum komplexen Lebewesen.
Er ahnte damals nicht, dass man die Evolutionstheorie auf sämtliche alltäglichen Prozesse anwenden kann – auf subatomarer Ebene, wie auch auf interstellarer Ebene im Weltall. Heute gibt es Wissenschaftler, die in der Evolutionstheorie die lang ersehtnte “Welt-Formel” sehen.
Die Evolution – Nach Darwin braucht es gerade einmal 3 Vorraussetzungen, damit eine Evolution statt findet.
- Vartiation – Individuen, die sich von einander unterscheiden.
- Selektion – Die Individuen kämpfen um die wenigen Recourcen. Es findet ein Auslese-Prozess statt.
- Vererbung – Die Eigenschaften, die das Überleben gesichert haben, werden weitervererbt.
Diese 3 Vorraussetzungen sind der Grundbaustein einer Evolution. Und das Ergebnis der biologischen Evolution läßt sich spielend in Museen erkennen. Die Individuen, die zu schwach, oder zu schlecht an ihre Umgebung angepasst waren, starben aus. Aber jene Individuen, die gegenüber allen anderen im Vorteil waren, haben überlebt, und sich über Millionen von Jahren weiter entwickelt – vom Einzeller zum komplexen Lebewesen.
So weit die Darwin’sche Evolutionstheorie. Doch es gibt eine ganze Reihe von renommierten Wissenschaftlern, allen voran Daniel Dennett, die die Evolution nicht nur in der Biologie sehen. Sie sehen sie einfach überall: In der subatomaren Welt, in der interstellaren Ebene, und auch bei allen Errungenschaften der menschlichen Kultur: Sprache, Kunst, Religion, Wissenschaft… Als sei sie eine Art universeller Algorithmus.
Nehmen wir mal die menschliche Kultur als Beispiel. Was ein Gen für den Körper ist, dass sind sogenannte “Meme” für die Kultur. Ein Mem kann ebenso ein Lied oder ein Witz sein; ein Gerücht oder ein Zitat. Eben der bunte Zoo menschlicher Geisteserzeugnisse. Doch was hat dies alles mit Evolution zu tun? Nun; jedes Mem konkuriert mit jedem anderem, und will weiter verbreitet werden. Und nur die wenigsten Meme setzte sich auf Dauer durch.
Ein Beispiel dafür wäre, wenn jemand ein Gerücht über den neuen Firmenchef in die Welt setzt. Jeder, der es hört, gibt es weiter, unbewusst in einer leicht veränderten Version. Doch nicht alle Varianten können sich in der Belegschaft durchsetzen – sie werden selektiert. Wie in der Natur überleben nur die besten Varianten des Gerüchts. Und das sind nicht immer die, die am nächsten an der Wahrheit liegen.
Und auch in den allergrößten Strukturen wirkt die Evolution. Der kanadische Physiker Lee Smolin vom Perimeter Institute, Waterloo, behauptet, dass es neben unserem Universum noch eine ganze Reihe anderer Univeren gibt, die miteinander wetteifern. Bei allen Universen unterscheiden sich die Naturgesetze geringfügig, z.B. die Masse der Elementarteilchen. Und nur die am besten angepassten Universen überdauern, und können viele Schwarze Löcher produzieren, die als Geburtststätte für neue Welten gelten. Also auch hier: Variation, Selektivität und Vererbung.
Natürlich gibt es in der Evolution, sei es nun die biologische, oder sonst eine, viele Zufälle. Ein Beispiel wäre das plötzliche Aussterben der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren. Das hatte die Evolution gewiss nicht im Sinn. Derartige Zufälle gibt es natürlich auch in allen anderen Evolutionen zu beobachten. Aber gerade Zufälle sind es, die der Evolution oftmals einen großen Sprung verschaffte. So gingen aus Zufällen Genmutationen hervor, die wiederum völlig neue Tierarten hervorgebracht hatten. Genauso ist es bei einer stellaren Kollision zwischen einem Planeten mit einem anderem. (Eine Theorie besagt, dass der Mond bei einem solchen Ereignis entstanden ist.)
So weit aber dachte Darwin vor knapp 150 Jahren nicht. Und doch hat er möglicherweiße damals die Weltformel entdeckt, mit der sich alle Mysterien und Rätsel der Menschheit erlären lassen. Zumindest erscheint nun alles in einem etwas anderem Licht.
In der PM April 2009 findet Ihr einen ausführlichen Artikel zum Thema. no 73
Euer Lord Bär