Ving Tsun ist das wirkungsvollste und sicherste Selbstverteidigungssystem unserer Zeit. Es unterscheidet sich Grund auf von praktisch allen anderen Kampfstilen weltweit.
Es ist ein weicher Kampfstil, bei dem weder die Größe noch die Stärke des Gegners eine Rolle spielt. Ganz im Gegenteil: Man setzt die Kraft des Gegners gegen ihn ein.
Ving Tsun ist ein Selbstverteidigungssystem, welches ursprünglich speziell für körperlich schwächere Menschen entwickelt wurde. Es ist daher besonders für Frauen und ältere Menschen geeignet. Weder artistisches Können noch enorme Körperkraft sind nötig, um einen Angreifer kampfuntauglich zu machen. Im Ving Tsun nutzt man den Schwung und die Kraft des Gegners, und setzt sie gegen ihn ein. Ähnlich einem Ast eines Baumes, der von einem Angreifer durch einen Schlag gespannt wird, und der dann blitzschnell wieder auf ihn zu schnellt.
In Äußeren Kampfstilen versucht man, die Schläge und Tritte eines Gegners mit Gewalt zu blocken. Es sind meist sehr harte und kraftvolle Bewegungen. In einem Innerem Kampfstil versucht man statt dessen, die Kraft des Schlages oder Tritts sanft abzulenken, und mit Hilfe des Schwungs des Gegners einen schnellen und wirkungsvollen Gegenangriff zu starten, ohne selbst viel Kraft aufzuwenden. Die Bewegungen im Ving Tsun sind sehr schnell und kurz, dafür aber umso effektiver.
Dabei muss man weder besonders gelenkig noch stark sein. Es gibt praktisch keine körperlichen Einschränkungen. Dies alles macht Ving Tsun zu einem für Jedermann erlernbarem Kampfstil, der den Schüler auf alle möglichen Arten von waffenlosen Angriffen vorbereitet.
Die Geschichte des Ving Tsun geht über 300 Jahre zurück und hat seinen Ursprung im alten China. Während der K´anghsi-Regierung der Ching–Dynastie wurden sämtliche Shaolin Klöster in China vernichtet, und deren Mönche vertrieben oder getötet. Eine Nonne, der es gelang, zu fliehen, war die buddhistische Meisterin Ng Mui vom Tempel des Weißen Kranichs. Sie fand Unterschlupf bei der damals 15–jährigen Yim Ving Tsun und ihrem Vater Yim Lee.
Yim Ving Tsun war wunderschön und deshalb wurde auch der dorfbekannte Schläger Wong auf sie aufmerksam, der unter Androhung von Gewalt ihren Vater zwingen wollte, ihn mit seiner Tochter zu verheiraten. Yim Ving Tsun und ihr Vater lebten unter den Gewaltandrohungen in ständiger Angst.
Aus Dankbarkeit für die Unterkunft, die man der Nonne Ng Mui gewährte, weihte sie Yim Ving Tsun in die hohe Kunst des Kämpfens ein. Und nach 3 Jahre langem, täglichem Training forderte Yim Ving Tsun den Dorfschläger zum Duell auf, und besiegte ihn mühelos. Bald darauf verließ Ng Mui die junge Yim Ving Tsun und ihren Vater, und benannte diesen Kampfstil nach ihrer ersten Schülerin: Ving Tsun.
So viel zur Entstehung von Ving Tsun. Doch auch heute noch ist Ving Tsun aktueller denn je. Es gibt viele Kampfsportarten, die im Ernstfall auf der Straße überhaupt nicht funktionieren würden. Sie sehen zwar schön und beeindruckend aus, sind aber für einen freien Kampf vollkommen untauglich. Es sind eben Sporatrten, in denen es bestimmte Regeln gibt. Aber ein Straßenschläger kennt keine Regeln. Er schlägt unkontrolliert um sich, so dass der Kampsportler seine einstudierten Techniken nicht effektiv einsetzen kann. Viele Karate-, Judo- oder Taek-Won-Do-Trainer geben offen zu, dass sie mit ihren Kampfsporttechniken den Angriffen eines brutalen Straßenschlägers nichts entgegensetzen können und diesen letztlich hilflos unterlegen sind. Im Ving Tsun gibt es kein starres Regelwerk und die Schüler werden im Laufe der Ausbildung auf sämtliche waffenlose Angrifftechniken geschult, so dass sie im Ernstfall eine reale Chane auch gegen größere Gegner haben. In der späteren Ausbildung kommen zu den waffenlosen Techniken noch dieverse Techniken mit Messern und dem Langstock hinzu.
Zugegeben: es gibt eine ganze Reihe von Bewegungen im Training von Ving Tsun, die eigentlich nach überhaupt nichts aussehen. Wenn man keine Ahnung von Ving Tsun hat, dann wirken diese mitunter lächerlich. Doch richtig angewendet, sind sie tödlich.
Hohe Kicks gegen den Kopf, wie im Taek-Won-Do sind zwar beeindruckend, aber man kann ihnen relativ leicht ausweichen, und der Kämpfer ist im Moment des Kicks leicht angreifbar. Die Kicks im Ving Tsun sehen dagegen alles andere als spektakulär aus. Doch sie sind enorm schnell und sehr effektiv. Sie treffen immer die verletzlichsten Stellen, wiedas Geschlechtsteil, die Kniescheibe oder den Fuß.
Die Kettenfausstöße im Ving Tsun stehen den Kicks in nichts nach. Hochgradige Meister können mehr als 10 geziehlte Schläge pro Sekunde ausführen – dagegen gibt es keine konventionelle Abwehr.
Auch das Chi-Sao mag auf den ersten Blick merkwürdig und kampfuntauglich aussehen. Aber durch diese spezielle Trainingsmethode kann man die Schläge des Gegners mit den Händen und Armen spüren, und reflexartig reagieren. Wenn man diese Technik beherrscht, könnte man theoretisch mit verbundenen Augen kämpfen. Jede Bewegung des Gegners wird über die Hände und Arme erfühlt, und dann die dazu passende Gegenbewegung gestartet.
Allein in Deutschland gibt es eine ganze Reihe von Verbänden, die Ving Tsun lehren. Und ich bin stolz, dass ich bei dem wohl besten Verband trainiere – der EVTF. Besonders im Rhein-Main-Gebiet gibt es eine ganze Reihe von Schulungsorten der EVTF.
Das Training besteht nach dem Aufwärmen und Dehnen aus verschieden Gruppenübungen zur wichtigen Schrittarbeit, vielen Bewegungsfolgen passend zum jeweiligem Schülergrad, dem Formtraining, und dem Konditionstraining gegen Ende des Trainings. Die Atmosphäre innerhalb des Trainings ist sehr locker. Jeder, ob Schüler oder Sifu hat Respekt vor den anderen. Der Spaßanteil im Training ist sehr hoch – und das macht auch ein gutes Training aus. Ich persönlich bin voll und ganz zufrieden, und kanns jedem nur empfehlen. Mehr Infos zum Training und zur EVTF auf der offiziellen Website. no 71
Habt Ihr Erfahrung im Kampfsport? Welchen Kampfstil haltet Ihr für den wirkungsvollsten? Eure Meinung ist gefragt!
Euer Lord Bär
