Die Einwohner von Cahokia – Sie lebten in der einst größten Stadt in ganz Nordamerika. Doch niemand weiß, wer sie waren, woher sie kamen, oder wohin sie gangen.
Eine Untersuchung der Überreste der Stadt stellte mehr Fragen auf, als sie beantwortete.
Die Stadt Cahokia, im heutigem US-Bundesstaat Mississippi, war die erste in Nordamerika mit mehr als 20.000 Einwohnern. Gegründet wurde sie anno 700, und innerhalb von dreihundert Jahren hatte sich Cahokia zu einer nordamerikanischen indianischen Hochkultur entwickelt. Doch von welchem Indianerstamm die Stadt gegründet wurde, ist nicht bekannt. Kein heute noch existierender Indianerstamm hatte Vorfahren in Cahokia. Dabei wäre dies eine große Ehre gewesen. Die Einwohner von Cahokia waren gebildete Astronomen und große Bauherren. So richteten sie zum Beispiel Holzstämme in Kreisen an, ganz ähnlich wie Stonehenge in England.
Das Stadtbild wurde von 120 riesigen Erdpyraiden geprägt, den so genannten Mounds, auf denen sie ihre Häuser aus Holz und Lehm erbauten. Der größte von ihnen, Monk’s Mount, hatte eine Grundfläche von 300 auf 240 m, und war über 30 m hoch. Als Forscher den Hügel in den 60er Jahren genauer untersuchten, konnten sie Überreste einer Residenz feststellen, was vermuten läßt, dass auf diesem Hügel der Herrscher der Stadt wohnte. Von dort aus führte ein Gang ins Zentrum des Erdhügels, welches aus Steinen erbaut wurde, die mindestens 13 Kilometer entfernt aus dem Fels geschlagen wurden.
In diesem steinigem Zentrum fand man ein Fürstengrab eines 40 bis 45 Jahre alten Mannes. Um den Leichnam herum waren 20.000 Muscheln in der Form eines Falkens angeordnet; genau wie auch der Leichnam ebenfalls in diese Form gelegt wurde. Umgeben wurde all dies von 4 Männern, allerdings ohne Hände und Kopf. Womöglich die Mörder des Herrschers. Oder seine engsten Verbündeten. Man weiß es nicht. Zudem befanden sich noch 53 Mädchen und Frauen zwischen 15 und 25 Jahren – allesamt erwürgt. Vermutlich Menschenopfer.
Doch Anfang des 13. Jahrhunderts verschwand die Zivilisation urplötzlich. Warum diese für damalige Verhältnisse hochentwickelte Kultur unterging, weiß niemand. Möglicherweise wurden die Cahokias von Feinden vernichtet. Zumindest weist der Holzzaun um die Stadt auf mögliche Feinde hin. Kampfspuren fand man jedoch keine.
Eine andere Möglichkeit für das aprupte Ende der Zivilisation könnte die massive Abholzung für die vielen Holzbauten sein, die zu einer Erosion des Bodens und einem Rückgang der Wildbestände und so zu Hungersnöten führte. Die Kälteperiode, die es dort im 13. Jahrhundert gab, verstärkte dies zusätzlich.
Vielleicht gab es auch einen Bürgerkrieg, da die vielen Menschenopfer ohne eine Abmachung getötet wurden.
Oder die verwaltungstechnischen und gesundheitlichen Probleme wurden für die Cahokias unlösbar geworden sein. Nie zuvor gab es in dieser Gegend eine so dichte Siedlung von mehreren Tausend Menschen. Erst 400 Jahre später gab es wieder Städte mit über 20.000 Menschen auf dem nordamerikanischem Kontinent.
Warum ist diese Hochkultur vor knapp 700 Jahren untergegangen? Und wieso wurden 20.000 Muscheln in Form eines Falken um den toten Herrscher gelegt? Und wozu die vielen Menschenopfer? Und wer waren die Einwohner ursprünglich? Allesamt Fragen, auf die die heutige Wissenschaft noch keine genaue Antwort hat.
freenet.de und Wikipedia.de berichten. no 70
Euer Lord Bär