Einst war Gold das begehrteste Metall auf Erden. Für das Edelmetall wurden Kriege geführt; Intriegen gesponnen, Menschen unterdrückt, versklavt und ermordet.
Doch heute scheinen der Ölpreis, die Aktienkurse und der Wechselkurs von Dollar zu Euro viel wichtiger zu sein. Die allerwenigsten legen ihr Geld in Gold an. Was hat das zu bedeuten? Hat das Gold im Lauf der Jahre an Wert verloren? Eher unwahrscheinlich. Experten befürchten eine Goldverschwörung – ein Finanzspiel der Superreichen, von dem nur sie profitieren.
Aber fangen wir mal ganz von vorne an. Das Wort “Gold” stammt aus der indoeuropäischen Ursprache und bedeutet “Glanz”. Gold wurde schon in der Jungsteinzeit vor über 4.000 Jahren geschürft; und schon damals wußten die Menschen um die Vorzüge des Edelmetalls. Es ist aufgrund seiner Seltenheit sehr viel wert, und es muss nicht chemisch aus Erzen herausgelößt werden, was bei vielen anderen Metallen nötig ist. Zudem hat Gold einen unvergleichbar schönen Glanz, der, da das Metall weder oxidiert noch korrodiert, auch bleibend ist. Das Metall ist vergleichsweise weich, und kann somit leicht bearbeitet werden. Durch all diese Vorzüge wurde Gold in ziemlich allen Zivilisationen zu Schmuck oder Grabbeilagen verarbeitet.
Ab dem Römischen Reich wurde Gold dann auch zu Münzen verarbeitet, und wurde somit zu einem offizielles Zahlungsmittel. Mit der Zeit wurde es aber durch das Gewicht der Goldmünzen praktisch unmöglich, größere Summen zu bezahlen. Deshalb wurden irgendwann Geldscheine gedruckt. Allerdings mit dem Versprechen, dass der aufgedruckte Wert einem materiellen Goldwert entspricht; und dass man in einer Bank den Geldschein gegen seinen Wert in Gold eintauschen kann. Dadurch durfte kein Staat der Erde mehr Geld drucken, als es Goldreserven hat. Durch dieses Gesetz wurde die Inflation in Schach gehalten.
Doch 1971 brach – von der großen Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt – dieses Finanzsystem zusammen. Man gab das Prinzip auf, dass das im Umlauf befindliche Papiergeld den Goldreserven der Zentralbanken entsprechen müsse. Das neue Finanzsystem wurde bereits 1944 von den Alliierten beschlossen, aber danals noch nicht angewendet. Dieses System sieht vor, dass der US Dollar weiterhin ans Gold gekoppelt bleibt, und die europäischen Währungen über feste Kurse mit ihm (und somit auch dem Gold) verbunden sind. Aber bereits gegen Ende des Jahres 1971 wurde dieses System von den USA aufgegeben. Weitere Staaten, sogar die Schweiz, folgten. Seitdem ist, mit den Worten des Schweizer Bankiers Ferdinand Lips, unser Geld “nur noch Konfettigeld”.
Dies war allerdings nicht das erste Mal, dass das Gold-Geld-System gekippt wurde. Bereits im 13. Jahrhundert in China, während der französischen Revolution (1789 – 1799) und nach dem Ersten Weltkrieg wurde weitaus mehr Geld gedruckt, als Gold in Reserve bereit lag. Beim Ersten Weltkrieg wurde das viele Geld für den Wiederaufbau gebraucht, 1971 hat sich die USA so den Vietnam-Krieg finanziert.
Bleibt die Frage, welchen Nachteil ein Gold-unabhängiges Finanzsystem hat. In erster Linie gar keinen. Hochrangige Finanzexperten behaupten aber, dass durch ein solches Finanzsystem eine weltwirtschaftliche Katastrophe vorprogrammiert ist. Das Geld baut demnach nur noch auf dem Vertrauen der Verbraucher, und nicht mehr auf eine materielle Basis auf. Nach Meinung von Finanzexperten war die Weltwirtschaftskriese von 1929 die Folge des Gold-unabhängigen Systems nach dem Ersten Weltkrieg.
Darüber hinaus kann nur eine stabile Gold-Geld-Bindung der Hochfinanzwelt Schranken setzen und ihrer Gier einen Riegel vorschieben. Ohne diese Bindung könnten die Hintermänner einer möglichen Gold-Verschwörung die Inflation künstlich anheben, um noch mehr Profit zu machen. Zugleich wird der Goldpreis möglichst niedrig gehalten, um selbst damit Geschäfte zu machen, und um eine Rückkehr zu einer stabilen Gold-Geld-Bindung zu ersschweren.
Eine Goldverschwörung ist demnach nicht unwahrscheinlich, aber dennoch, wie jede andere Verschwörung, schwer zu beweisen. Fakt ist, egal ob es nun eine Verschwörung gibt oder nicht – es gibt momentan zu wenig Gold, um das sich im Umlauf befindliche Geld auch nur annähernd zu decken.
Nach Schätzungen wurden bisher 155.000 Tonnen Gold gefördert. Davon befinden sich knapp 20 % den Zentralbanken, 16 % in Privatbesitz und 51% wurden zu Schmuck verarbeitet.
Übrigends: Es wird gemunkelt, dass Bill Gates 70 % seines Vermögens in Gold investiert hat. Ob dies nun für oder gegen eine Goldverschröung spricht, ist Euch überlassen.
Quelle: P.M. – Fragen und Antworten 2/2008 no 68
Euer Lord Bär
