Der eisige Winter anno 1855 brachte vielen Einwohnern der Grafschaft Devon im Südwesten Englands den Tod. Doch am Morgen des 9. Februar war das Leiden der Bevölkerung eher nebensächlich. Das Land war übersäht mit unzähligen hufeisenförmigen Fußabrücken, die weder vor meterhohen Mauern noch mehrstöckigen Häusern Halt machten und schnurgerade durch die Landschaft verliefen. Niemand in der gesamten Grafschaft war in der Lage, die Fußsspuren zu erklären.
Es gab die verschiedensten Theorien um die Entstehung der sonderbaren Fußabdrücke. Einige meinten, es seien die Spuren eines aus dem Zoo von Fish in Sidmouth entlaufenden Kängurus. Andere sahen hier missgebildete Hasen, Vögel mit gefrorenen Krallen, Dachse, Otter, Kröten oder Esel als Verursacher. Aber kein der Wissenschaft bekanntes Tier kann derartige Fuspuren hinterlassen!
Die Spuren weisen über die gesamte Srecke, die auf über 100 Meilen geschätzt wurde, eine konstante Schrittlänge von 20 cm auf, und haben stets eine Länge von 10 cm, und eine Breite von 5,7 cm. Sie verliefen jeweils über mehrere Kilometer in gerader Linie, und weder Bäume, Zäune, Mauern oder Häuser waren ein Hinderniss für das Wesen. Entweder es kletterte senkrecht an den Mauern empor, oder es durchdrang sie, als wären sie aus Luft. Noch schwieriger, als die Spuren auf den Fenstervorsprüngen sind die Spuren in einem Rohr zu erklären, dass im Durchmesser gerade einmal 15 cm. misst. Welches Wesen hat eine Schrittlänge von 20 cm, einen 10 cm langen Fuß, und passt in ein 15 cm großes Rohr?
Viele dachten es, aber nur wenige sprachen es aus – Dies sind die Spuren des Teufels höchstpersönlich. Der Wissenschaftler Charles Fort, der den Fall untersuchte gibt dieser unglaublichen Theorie neue Nahrung: Er behauptet, der Schnee sei innerhalb der Spuren geschmolzen, und nicht wie zu erwarten wäre, durch das Gewicht des Verursachers zusammengepresst.
Aber nicht nur in der Grafschaft Devon wurden derartige Spuren entdeckt. Auch auf der Antarktis-Expedition von Sir James Clark Ross im Mai 1846, und an den Stränden von New Jersey wurden hufeisenförmige Fußabrdücke entdeckt. Und auch 1945 sollen in Belgien derartige Abdrücke gefunden worden sein. Die lllustrated London News berichtete, dass jedes Jahr fast die selben Abdrücke auch im Schnee auf einem Hügel näher der polnischen Grenzen erschienen.
Eine mögliche Erklärung für diese mysteriösen Fußspuren sind die Funde aus den Jahren 1953 und 1954 von der Küste der Canvey-Inseln, Großbritannien. Der erste Fund ist ein am Strand liegendes, unbekanntes Tier mit einer dicken rotbräunlichen Haut und etwa 80 Zentimetern Länge. Der zweite Fund ist ein ähnlicher, aber fast doppelt so großer Kadaver, der angeschwemmt wurde, und hufeisenförmige, kleine Füße hat. Beide Wesen hatten Kiemen, scharfe Zähne und unverhältnissmäßig große Augen. Für beide Funde gibt es keine offiziellen Untersuchungsbericht.
Eine relativ neue Theorie geht davon aus, dass es sich bei den Spuren im Schnee um Waldmäuse handelt, die sich in diesem besonders kaltem Winter bis in die Siedlungen heran getraut haben. Die Tiere bewegen sich mit Sprüngen fort, und können unter Umständen derartige “Fußabdrücke” hinterlassen. Die Tatsache, dass manche der Spuren aprupt endeten, erklären sich die Wissenschaftler damit, dass die Waldmäuse Opfer eines Raubvogels wurden.
Diese Theorie würde zwar erklären, warum die Spuren auch in vergleichsweise dünnen Rohren zu finden waren. Sie erklärt jedoch nicht, warum die Spuren meilenlang schnurgerade verlaufen; und nicht vor Häusern und Mauern halt machten. Keine Maus der Welt macht sich die Mühe, und klettert über ein Haus, anstatt es zu umlaufen. Ob das Rätsel über die Spuren von Devon jemals geklärt wird, ist fraglich.
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Euer Lord Bär