Die Diskussion um ein nationales Verbot von sogenannten “Killerspielen” ist keinesfalls neu. Aber durch die Massaker von Erfurt und Emsdetten wurde sie neu entfacht und ist nun in aller Munde. Doch ist ein striktes Verbot von “Killerspielen” die richtige Lösung?
Fakt ist, dass Shooter, oder auch “Killerspiele”, das Interesse an Waffen und Gewalt bei manchen Menschen steigern können. Aber sie sind keinesfalls der eigentliche Auslöser von Amokläufen. Viel wichtiger dabei ist das familiäre Umfeld und den Lebenstzuständen der jeweiligen Person. Doch wie soll man diese Informationen erfassen? Mit einem kleinen Fragebogen an der Kasse? Mit einem ausführlichem Profil seitens der Polizei oder von Psychologen? Dies ist kaum zu bewerkstelligen. Die Poitik hat da ganz andere Ideen im Kopf.
Bundesfamilienministerin Von der Leyen fordert ein deutlichere Hinweise auf der Verpackung solcher “Killerspiele”, die denen auf den Zigarettenpackungen gleichen. Zudem will sie einige Spiele, die bestimmte Kriterien erüllen, auf den Index setzen, und sie somit vom Verkauf fern halten. Die schwarz-rote Koalition geht sogar noch weiter. Sie möchte “Killerspiele” am Computer gesetzlich verbieten lassen. In ganz Europa wird über ein Verbot von solchen Spielen nachgedacht.
Doch durchleuchten wir mal diese Forderung. Wenn man “Killerspiele” verbieten will, wegen einem Massaker in einem öffentlichem Gebäude, alle paar Jahre. Müsste man dann nicht auch Flugsimulationen von Kampfjets verbieten, da man auch dort das virtuelle Leben von hunderten Computergegner auslöscht? Oder müsste man dann nicht auch Rennspiele wie Need for Speed oder Burn Out verbieten, weil man da mit über 200 km/h durch die Innenstadt rast, und andere Autos zerschrottet? Werden solche Spiele in Zukunft auch gesetzlich verboten? Und was ist mit Filmen wie Sin City, Hostel oder Matrix?
Zudem ist die Defenition eines “Killerspiels” alles andere, als ausgereift. Selbst die Politik hat sich bislang keine genaue Definition des Begriffs ausgedacht. Denn auch in Super Mario Bros und dessen Nachfolgern schießt man mit Feuerkugeln auf an verschiedene Gegner, allesamt friedlebende Wesen. Doch wer würde die Mario Spiele mit einem “Killerspiel” gleich setzen?
Natürlich. Shooter haben einen ungemein höheren Grad an Realismus, und sorgen damit für ein viel stärkeres Mitten-Drin-Gefühl. Aber kommt es bei der Definition des Begriffes “Killerspiel” auf den Grad des Realismus an, oder auf das Prinzip auf wehrlose Gegner zu schießen? Oder auf was?
Abschließend soll noch gesagt sein, dass neuste Studien ergeben haben, dass Chirurgen mit Shooter-Erfahrung deutlich schneller und präziser arbeiten, als ihre Kollegen, die keine solche Spiele zocken. Weitere Studien werden folgen.
Was meint Ihr dazu? “Killerspiele” verbieten? Oder verstärkte Kontrollen? Oder habt Ihr einen anderen Vorschlag? Dann ab in den Comments-Bereich!
Quelle 1, Quelle 2, Quelle 3 und Quelle 4 berichten. no 42
Euer Lord Bär
