Bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts galt es als sicher, dass die Menschheit immer intelligenter wird. Ende der 90er Jahre ergaben Studien aus aller Welt, dass man sich geirrt hatte.
Seit den frühen Anfängen der Menschheit hat sich der IQ stetik verbessert. Aber erst mit der Aufzechnung der Ergebnisse von IQ-Tests konnte man dies auch beweisen. So hat sich zum Beispiel der IQ-Wert der Deutschen von 1954 bis 1981 um ganze 17 Punkte verbessert. Dieses Steigerung der IQ-Werte ging als Flynn-Effekt in die Geschichte ein. Doch Anfang der 90er Jahre ließ der Flynn-Effekt deutlich nach; bis 1999 der Durchschnitts-IQ erstmals zum Vorjahr abnahm. Studien in Dänemark, Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigten alle ähnlich beunruhigende Ergebnisse. Auch die PISA-Studien von 2000 und 2003 bestätigten den Trend der Verdummung der Industriestaaten. Und es sieht nicht so aus, als würde sich dieser Trend sobald ändern.
Vor allem die fluide Intelligenz nimmt zur Zeit stetik ab. Diese wird an Schulen kaum gelehrt. Hat man vor 20 Jahren noch aktiv Informationen überdacht, so läßt man sich heute lieber von Medien wie TV oder dem Internet berieseln. Folge: Man denkt nicht mehr selber nach, sonden läßt andere für einen denken.
Auch das tägliche Checken der E-Mails und ständige Lesen und Schreiben von SMS ist für den IQ-Rückgang mit verantwortlich. Man erfährt viel zu viele Informationen, die man eigentlich gar nicht wissen will. “Udo hat mit Ida Schluss gemacht” (ECHT?), “Emily hat dies und das gesagt” (NICHT WAHR!?)” Diese meist total belanglosen Informationen sorgen für eine Informationsflut im Gehirn, die dieses überfordert.
Nach einer Studie des Psychiatrischen Instituts des King’s College in London geht der IQ bei “exzessiv elektronisch kommunizierenden Menschen” um bis zu 10% zurück; das ist mehr als bei Marihuanakonsum. Desweiteren sorgt es dafür, dass man unter ständiger Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten leidet. Glenn Wison, welcher die Studie überwachte, will mit weiteren Studien herausfinden, ob dieser Info-Overload bleibende Schäden hinterlassen kann.
Einen Info-Overload kann man sehr leicht auch im Internet bekommen. Wenn man auf der Suche nach einer Information ist, stößt man zufällig auf 3 oder 4 andere interesante Sachen. Und so ließt man statt einem Artikel gleich fünf.
Aber natürlich gibt es noch weitere Gründe für den Rückgang der Intelligenz. Falsche Ernährung und zu wenig Bewegung sind ebenfalls wichtige Faktoren. Es ist kein Zufall, dass in den USA die prozentual meisten übergewichtigen Leute leben.
Zudem ist das Niveau der Anforderungen in der heutigen Zeit sehr hoch. Alles läuft viel zu schnell, zu anstrengend, zu abstrakt, unverständlich und stressig ab. Viele Menschen sind vom Leben überfordert und flüchten deshalb eine Welt weitab von den Problemen des Lebens. Sie lassen sich berieseln. Dies ist ein Teufelskreis, den man alleine nur schwer durchbrechen kann. Also: legt die Tastatur und Euer Handy weg; schaltet die Glotze aus und treibt viel Sport. Und bildet Euch! Zum Beispiel hier.
wissenschaft.de und GIGA.de berichten. no 38
Euer Lord Bär