Kopfhörer mit simuliertem räumlichem Klang gibt es schon seit längerem. Aber erst durch das neue Medien-Format “MP3 Surround” erhält man einen wirklich erstklassigen 3-D-Sound; und das bei minimalem Speicherplatz.
Kopfhörer mit räumlichem Klang verstellen lediglich die Parameter des Klangs der MP3-Datei. Der Klang wird z.B. gedämpft, oder ein Schallen hinzugefügt. Dies erzeugt im Gehirn zwar das Gefühl, dass der Sound von weiter weg, als dem Kopfhörer kommt; aber dadurch kann man trotzdem nicht bestimmen, aus welcher Richtung der Sound kommen soll. Um richtigen 3-D-Sound zu bekommen, benötigte man bisher mindestens 5 Lautsprecher. Einen in jede Ecke, und einen in der Mitte des Raums. Aber 5 Lautsprecher in Kopfhörern zu verstuanen, ist schier unmöglich.
Die Entwickler des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen bedienten sich eines Tricks. Sie berechneten, wie der Schall bei 5 Lautsprechern auf die Ohren treffen würde, und definierten aus diesen Daten die Parameter für die 2 Kopfhörer. In der Natur erkennt der Mensch die Schallquelle mit Hilfe von Verzögerungen von einem zum anderen Ohr. Und so ist es auch bei den Kopfhörern. Wenn der Ton z.B. von links kommen soll, dann hat der rechte Kopfhörer eine minimale Verzögerung, so dass der Benutzer glaubt, der Ton würde tatsächlich von links kommen. “Man braucht gar keine fünf Boxen. Schließlich haben wir auch nur zwei Ohren” Mit MP3 Surround kann man auf paraktisch allen gängigen Kopfhörern 5.1 Surround-Sound genießen.
Ein weiterer Pluspunkt an MP3 Soround ist der geringe Speicherplatz. Trotz der extrem verbesserten Klang-Qualität ist der Speicherplatz nur um 10% größer gegenüber einer normalen MP3. Ermöglicht wird dies durch das Weglassen von Sound-Informationen, die das menschliche Ohr ohnehin nicht wahrnehmen kann; z.B. Töne über 20.000 Hz.
Das gleiches Verfahren wollen die Entwickler auch auf visuelle Medien erweitern. Allerdings ist das Sehen weitaus komplizierter, als das Hören. Und so ist es um einiges schwieriger, festzustellen, welche Bild-Informationen man weglassen kann, ohne dass die Qualität darunter leidet.
Das neue Format wird derzeit auf der Musikmesse Midem in Cannes, Frankreich, vorgestellt. Weitere Infos über das Produkt findet Ihr auf wissenschaft.de und auf der Website des Frauenhofer Instituts. no34
Euer Lord Bär
