Weltweit werden täglich mehr als 500 Mio. Zeitungen gedruckt; und am selben Tag in den Mülleimer geworfen. Das sind weit über 60.000 Tonnen Papiermüll. Jeden Tag.
All das könnte man sich mit elektronischen Zeitungen ersparen. Die Entwicklungen befinden sich in der Endphase.
Die Idee einer elektronischen Zeitung ist nicht neu. Schon vor einigen Jahren kam eine Idee eines elektronischen Gegestücks der Tageszeitung auf; wurde aber des öfteren verschoben. Dabei bietet die elektronische Zeitung viele Vorteile:
- Die Kosten das Drucken der Zeitung fallen weg.
- Die Entsorgungskosten entfallen ebenfalls.
- Auch der tägliche Transport der Tageszeitung zum Kios entfällt.
- Die Zeitung wäre immer auf dem neusten Stand, da sich sich stetig aktualisieren würde.
Gründe für die Aufschiebung des Projekts waren vor allem technische Probleme mit der Umsetzung. Aber nun haben gleich mehrere Firmen den Durchbruch geschafft und könnten evtl. schon dieses Jahr E-Papers auf den Markt bringen.
So die amerikanische Xerox-Tochter Gyricon LLC mit ihrem SynchroSign Message Board. Es hat eine Kantenlänge von ca. 40 cm und und arbeitet mit tausenden drehbar gelagerten Micro-Kapseln, die je eine schwarze und eine weiße Seite haben. Mit geringstem Stromverbrauch werden die Micro-Kapseln umgedreht, so das ein Bild oder ein Text entsteht. Das System mit dem Namen SmartPaper ist zwar nur schwarz/weiß, hat aber den Vorteil, dass es extrem energie-sparend ist, da es nur Strom verbraucht, wenn ein neues Bild erstellt wird. Wenn es erst mal fertig geladen ist, benötigt es keine Stromversorgung mehr.
Ebenfalls marktreif ist das ähnliche System e-Paper der Firma E-Ink. Hier bewegen sich schwarze und weiße Mikropartikel in vielen mit Flüssigkeit gefüllten Mikrokapseln, um einen schwarzen oder weißen Bildpunkt darzustellen. Die Auflösung des e-Paper ist mit 160 dpi zwar weitaus schlechter als die 300 dpi vom SynchroSign Message Board; aber dennoch ausreichend.
Allerdings haben beide Systeme einen Nachteil gegenüber dem normalen Papier. Man kann das E-Paper weder falten noch zusammen rollen. Abhilfe sollen hier leitende Kunststoffe schaffen. Dies funktioniert auf Dauer aber noch nicht fehlerfrei. Auch die Wiedergabe von farbigen Bildern oder gar Videos ist alles andere als marktreif. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese Kinderkrankheiten behoben sind. Wir dürfen gespannt sein…
Edit am 25.1.2007
Es ist so weit: Das erste rollbare E-Paper geht in Serie. Das von der Philips-Tochter Polymer Vision entwickelte E-Paper hat eine Auflösung von 320 auf 240 Pixel, 16 Graustufen und einen Kontrast von 1:10, verleichbar mit einer normalen Zeitung. Aber es soll zusammengerollt nur einen Finger dick sein, und der Akku soll reichen, um ganze 300 Bücher zu lesen. Na immerhin. Interesenten für das Produkt gibt es jede Menge. Die Produktion soll ab der zweiten Jahreshälfte beginnen.
morgenwelt.de und morgenwelt.de berichten no 28
Euer Lord Bär
