In Japan arbeiten Forscher derzeit an einem Herzen, dass zum Teil aus organischen Zellen besteht und somit keinerlei externe Stromquelle benötigt. Damit könnte der altbewährte Herzschrittmacher bald zum “alten Eisen” gehören.
Der Herschrittmacher ist in vielen Fällen die sicherste und einfachste Methode, um einen Patienten von Herzrhythmusstörungen zu befreien. Das Gerät stimuliert mittels einer Sonde regelmäßig die Herzmuskeln, und regt sie somit zur Kontraktion an. Doch der herkömmliche Herzschrittmacher hat auch nach jahrelanger, ständiger Verbesserung einen Geburtsfehler: Er ist ein Fremdkörper im menschlichem Körper. Zudem wird er durch eine Batterie angetieben, die eine durchschnittliche Lebensdauer von 5 bis 12 Jahren hat.
Derzeit arbeitet der japanische Wissenschaftler Yo Tanaka von der Universität von Tokio und sein Team an einer körpereigenen Variante eines Herzschrittmachers, dass weder eine Batterie als Stromquelle benötigt, noch aus einem körperfremden Material besteht. Sie wollen ein Herz aus künstlich gezüchtetetn menschlichen Herzmuskelzellen formen.
Bevor sie jedoch mit menschlichem Gewebe experimentieren, testen sie ihre Idee mit künstlich gezüchtetem Herzmuskelgewebe einer Ratte, welches sie dann um einen elastischen Ball gewickelt haben. Um dieses Herzmuskelgewebe befindet sich eine Nährschicht mit Proteinen, die als Energiequelle für die Zellen dienen. Nachdem der erste Testlauf über 5 Tage einwandfrei lief, bis die Nährstofffe zur Neige gingen, sind nun weitere Testläufe mit komplexeren Geweben in der Ausarbeitung.
Ihr Problem ist dabei nicht die im Moment noch geringe Größe von gerade mal 5 mm, sondern vielmehr die stetige Beschaffung von Nährstoffen. Die muss gewährleistet sein, damit das Herz nicht einfach aufhört zu schlagen.
Wenn sie die Kinderkrankheiten erstmal beseitigt haben, und die Stammzellenforschung weiter voran geschritten ist, wird es möglich sein, dass man ein ganzes Herz oder Teile davon künstlich züchtet, und sie in den Körper eines Patienten transplantiert. Dort benötigt es einen Zugang zum Blutkreislauf, damit es stets mit Nährstoffen versorgt werden kann. Und schon könnte es seine Aufgabe als Pumporgan bewältigen. Doch es wird mindestens noch 10 Jahre dauern, bis der erste Prototyp in einen Menschen eingepflanzt werden kann. Wir dürfen gespannt sein.
RP Online no 10
Euer Lord Bär
