In der Familiengruft der Familie Chase im karibischen Barbados ereigneten sich Anfang des 19. Jahrhunderts höchst mekwürdige Dinge. Die Särge der Verstorbenen wurden immer wieder verschoben und hochkant an die Wand gelehnt. Doch niemand konnte die Familiengruft betreten haben. Es befanden sich niemals Fußabrdücke am Boden, und das Zementsiegel an der einzigen Tür war stets unversehrt. Die Ereignisse wurden nie aufgeklärt.
Anno 1807 verstarb Mrs. Thomasina Goddard und wurde in einem Holzsarg in der Familiengruft beerdigt. Ein Jahr später ging das Anliegen an die Familie Chase, die auf ihren Plantagen dutzende Sklaven hielten. Noch im selben Jahr verstarb die kleine Mary Anna Maria Chase. Auch sie wurde in die Familiengruft gebracht, in einem mit Blei verkleidetem Sarg. 4 Jahre später verstarb ihre Schwester Dorcas Chase; und einen Monat später auch der Vater Thomas Chase. Doch als man den Sarg des Vaters in die Gruft bringen wollte, waren alle Beteiligten von dem Bild, das sich ihnen bot, total überwältigt.
Die Blei-Särge der beiden Mädchen waren an einer Wand hochkant aufgestellt worden. Doch niemand hat die Gruft in dem Zeitraum betreten. Das Zementsiegel an der Tür war unversehrt und man fand keine Fußspuren im Sand. Zudem wogen die Särge mindestens 250 kg, da sie mit Blei verkleidet waren. Natürlich rätselten die Anwesenden darüber, wie so etwas geschehen konnte. Letztendlich aber wurden die Särge wieder an ihren ursprünglichen Platz transportiert, und die Tür wurde wieder verschlossen und mit Zement versiegelt.
4 Jahre später wurde die Gruft abermals geöffnet, um Samuel Brewster Ames, einem Verwandten der Familie Chase, beizusetzen. Und wieder waren alle 3 Särge der Familie Chase total verschoben, und auch beschädigt. Nur der Sarg von Thomasina Goddard wurde, wie schon zuvor, verschont. Das gleiche Bild bot sich den Trauergästen rund einen Monat später, als nun auch der Vater von Samuel Brewster Ames in der Gruft beigesetzt wurde. Wieder wurden alle Särge, mit Ausnahme dem Holzsarg von Mrs. Goddard, verschoben und beschädigt.
Als 1819 Thomasina Clarke in der Gruft begesetzt werden sollte, betrat auch der damalige Gouverneur der Insel, Lord Combermere, erstmals die berüchtigte Gruft. Als sich im das gleiche erschreckende Bild bot, ließ er die Decke und Wände nach lockeren Steinen und versteckten Eingängen absuchen – erfolglos. Daraufhin ließ er äußerst feinen Sand um die Särge streuen, um mögliche Fußspuren oder eindringendes Flutwasser besser sichern zu können. Dann überwachte er das ordnungsgemäße Anfertigen des Zementsiegels.
Am 18. April 1820 forderte er den Pfarrer aufgrund von merkwürdigen Lauten innerhalb der Gruft auf, das unversehrte Siegel zu öffnen, und einen Blick in die Gruft zu werfen. Die Särge waren wieder in der ganzen Gruft verstreut. Die Ereignisse nahmen erst ein Ende, als er die Särge konventionell auf dem örtlichem Friedhof beerdigen ließ.
Nachforschungen seitens Lord Combermere ergaben keine natürlichen Ursachen für die Ereignisse. Ein Erdbeben oder tektonische Plattenverschiebungen kann man ausschließen, da nur diese eine Gruft betroffen war. Magnetismus kann auch nicht der Grund für das Verschieben der Särge sein, da sie nicht aus magnetisierbarem Eisen, sondern Blei bestehen. Vandalismus scheidet aus, da es keinerlei Einbruchsspuren gab. Und Überschwemmungen hätten sich im feinen Sand zu erkennen gegeben.
Auf natürlichem Wege läßt sich das Phänomen nicht erklären; wohl aber auf paranormalem Weg. Möglich, dass bei den Ereignissen Voodoo-Zauber mit im Spiel war. Thomas Chase war der meist gehasste Mann auf der Insel. Er hatte viele Feinde; und er war grausam – nicht nur gegenüber seinen Sklaven, sondern auch im Umgang mit seinen eigenen Familienmitgliedern. Die Karibik ist für den weit verbreiteten Glaube an Voodoo bekannt.
Auch möglich sind Poltergeist-Aktivitäten. Wegen den pedofilen Fantasien des Vaters brachte sich Dorcas Chase um. Samuel Brewster Senior kam während eines Sklavenaufstandes ums Leben. Allesamt zerüttete Persönlichkeiten. Desweiteren gelten Inzest, Mord und Selbsmord als idealer Nährboden für Poltergeist-Aktivitäten. Wirklich aufgeklärt wurden die Ereignisse aber nicht.
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Euer Lord Bär
